ATELIER
Anneliese
Guttenberger & Stefan Schultz, Lanzarote
Weit ist der Weg zur Kunst oder vom Beruf zur Berufung. Vorgezeichnet
war der Weg bei beiden nicht,
zwangsläufig ergeben hat er sich aber auch nicht.
Anneliese
Guttenberger erlernte den Beruf einer Tischlerin von der
Pike auf und hatte dabei das Glück, dass ihr Lermeister
sie nicht nur Bretter zusammenfügen liess, sondern ihr auch
die Möglichkeit gab, mit dem Werkstoff Holz zu gestalten.
Aber trotzdem - ihre grosse Zuneigung galt der Malerei. 1986 kam sie
zum ersten Mal nach Lanzarote,
fertigte Aquarelle und verkaufte diese am sonntäglichen Markt.
Ein
vorsichtiger Beginn. Doch die Autodidaktin liess nicht locker.
1987 kam sie für immer auf die Insel, richtete sich ein und
malte, schuf erfolgreich Bilder und verkaufte diese.
Heute ist sie eine etablierte Künstlerin auf Lanzarote, ihr
Atelier, ihre Ausstellungen werden gut besucht,
die Bilder und Druckgrafiken haben ein breitgefächertes
Publikum. Anneliese Guttenberger zeigt in ihren Bildern
warum und wie gern sie lebt - hier auf der Insel ihren Traum
verwirklicht.
Stefan Schultz
begann seine künstlerische Laufbahn als
Schreibtischtäter bei einer Versicherung. Akten hier, Akten
dort!
Ein Leben zwischen Bergen von Akten? Nein, danke. Er wollte creativ
sein und... Geld verdienen.
Ihn faszinierte die Töpferei, das Arbeitsmaterial Ton. Nun
lebte
er in Oberammergau und der hier berühmte Name Lang stand nicht
nur
für die Holzbildhauerei sondern ein Zweig der Familie auch
für erstklassige, künstlerische Töpferware.
Nur eine Lehrstelle war in Kürze hier nicht in Sicht.
Die konnte er erst mit einiger Verspätung jenseits des
Weisswurstäquators absolvieren.
Mit welchem Erfolg er seine Ausbildung abgeschlossen hat, kann man
heute sehen, betrachtet man seine herausragenden Schöpfungen
in
Ton.
Und so vielfältig wie die Formen, so breitgefächert
ist auch das Material Ton in Struktur und Farbe.
Dazu noch die Schwarzbrände - nein, nicht jener Alkohol der an
der
Steuer vorbei schwarz gebrannt wird - jene anthrazitfarbene
Tonbrände,
die im Holzfeuer gebrannt werden und ihre Farbe einer chemische
Reaktion zwischen den Inhaltsstoffen
des Holzfeuerrauchs und der des Tones erhalten, jeweils so individuell,
dass eine Vorhersage des Ergebnisses fast auszuschliessen ist.
Grund genug, immer wieder neue Experimente zu beginnen.
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